15. April: Reinigung Stolpersteine in der Ortschaft Lobetal:

Enkel eines Deportierten wird anwesend sein und zu den Schülerinnen und Schülern sprechen.

Am 15. April 2026 reinigen und polieren Schülerinnen und Schüler der Diakonischen Schulen Lobetal Stolpersteine in der Ortschaft Lobetal. Sie verlesen dabei die Kurzbiografien der Opfer und legen eine weiße Rose nieder. Start der Reinigungsaktion ist um 10:30 Uhr am Elisabeth-Schwartzkopff-Haus gegenüber der Lobetaler Kirche.

 

Teilnehmen wird auch Pfarrer Martin Stoelzel-Rhoden. Sein Großvater Dr. Hermann Feder war unter den Menschen, die 13. April. 1942 aus Lobetal deportiert und ins Ghetto nach Warschau gebracht wurden. Der Enkel wird zu den Schülerinnen und Schülern sprechen.

 

Dr. Hermann Feder war ein evangelischer Christ mit jüdischen Wurzeln. Er lebte in Potsdam und wurde am 25. August 1883 geboren. Dr. Hermann Feder war mit seiner Frau Charlotte verheiratet. Sie war keine Jüdin. Sie hatten gemeinsam eine Tochter und einen Sohn. Zum Schutz seiner Familie hat er sich scheiden lassen und ist nach Lobetal gezogen. Seit dem 9. Dezember 1940 lebte er in Lobetal an der Alten Schmiede. Zu diesem Zeitpunkt war er 58 Jahre alt. In Potsdam hat er als Landgerichtsrat gearbeitet. In Lobetal arbeitete bis zu Deportation als Gärtner.

 

Katrin Wacker, Lehrerin an der Schule, hat diese Aktion mit angehenden Erzieherinnen und Erziehern in Teilzeitausbildung) im 3. Ausbildungsjahr vorbereitet: Sie sagt: „Stolpersteine zu reinigen, ist uns ein besonderes Anliegen, denn dadurch ehren wir das Andenken der Ermordeten und erinnern an ihr Leiden unter dem NS-Terrorregime.“

 

Zwölf Stolpersteine sind in der Ortschaft Lobetal verlegt im Gedenken an acht Menschen mit jüdischer Herkunft, die am 13. April 1942 aus Lobetal in das Warschauer Ghetto deportiert und Wochen später in Treblinka ermordet wurden sowie im Gedenken an vier homosexuelle Männer, die am 7. September 1943 in Berlin Plötzensee hingerichtet wurden.

 

Das Stolpersteinprojekt wurde vor 30 Jahren von dem Kölner Künstler Gunter Demnig, der bis heute die meisten Stolpersteine selbst verlegt, ins Leben gerufen. Heute liegen weit über 100.000 Stolpersteine (Quelle Wikipedia) an Orten in ganz Europa. Durch die Vielzahl der Steine mit der immer gleichen Form mündet das Schicksaal der Einzelnen in ein kollektives Gedenken. Vor diesem Hintergrund hat sich die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal vor einem Jahr entschlossen, in Lobetal Stolpersteine für jüdische Menschen, die in das Warschauer Ghetto deportiert und ermordet wurden, zu verlegen.

 

Ort und Zeit

 

Reinigung der Stolpersteine: 15. April 2026, 10:30 Uhr

Start: Elisabeth-Schwartzkopff-Haus gegenüber der Lobetaler Kirche, Bodelschwinghstraße 10, 16321 Bernau bei Berlin, OT Lobetal

 

Rundgang Reinigung Stolpersteine am 15. April 2026

 

Ablauf: An jedem Stein wird es so sein, dass dieser erst gereinigt wird, dann die Biografie verlesen und zum Schluss eine weiße Rose niedergelegt wird.

Start um 10:30 Uhr
Elisabeth-Schwartzkopff-Haus:

Nathan Dann

Martin-Luther-Haus:

Meinhold Meyer

Jesus-Statue:

Ernst Simon Bischofswerder

Dr. Ernst Rosenstern

Ernst Hirning

Fritz Lemme

Holzhaus an der Einrichtung Leben Lernen:

Friedrich Paul Riemann

Ernst Flatow

Hinter Festsaal Alt-Lobetal:

Dr. Benno Bernstein

Arnold Kutznitzki

Hans Heinrich Festersen

Alte Schmiede:

Dr. Hermann Feder

Schülerinnen und Schüler der Diakonischen Schulen Lobetal reinigen jährlich die Stolpersteine in Lobetal. Sie erinnern damit an das Leid der Menschen, die in Lobetal durch das NS Regime ermordet wurden. Das Foto entstand bei der Aktion im Jahr 2025, © Wolfgang Kern



Verfasser:in:
Wolfgang Kern, Leitung Kommunikation und Spenden, Hoffnungstaler Stiftung Lobetal

Abonnieren Sie den

W.Punkt-Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben und direkt im eigenen Postfach.