Drachenbootrennen in Zerpenschleuse
Wer im Sturm fest beieinandersteht, hat auch bei Sonnenschein nichts zu befürchten: Ein Fest der Gemeinschaft beim 26. Drachenbootrennen in Zerpenschleuse
Der Beginn
Wer am vergangenen Samstag, dem 5. September 2026, den Weg zum Langen Trödel in Zerpenschleuse fand, erlebte ein Spektakel, das seinesgleichen sucht.
Das 26. Drachenbootrennen, organisiert von der SG Minerva Zerpenschleuse e.V. in Zusammenarbeit mit dem Wassersportzentrum Oranienburg, zog Hunderte von Zuschauern und begeisterte Sportler an. Es war ein Tag, der nicht nur vom sportlichen Ehrgeiz, sondern vor allem von einem tiefen Gefühl der Gemeinschaft und Dankbarkeit geprägt war.
Pünktlich um 09:30 Uhr wurde die Veranstaltung feierlich eröffnet. Unser Bürgermeister Oliver Borchert, die Ortsvorsteherin Frau Ziebarth sowie Jens Busse von der Organisationsleitung begrüßten die Teams und Gäste herzlich. Auch Dieter Schalo und ich waren in unserer Funktion als Ortsbeiratsmitglieder vor Ort, um diesen Auftakt zu begleiten.

Für mich persönlich war es dieses Jahr dennoch ein etwas anderes Erlebnis. In den vergangenen Jahren war ich stets als aktiver Teilnehmer und mit unserem eigenen Team, dem Team Treibgut, mit von der Partie – eine Tradition, die mir als ehemaligem Ortsvorsteher und jetzigem Ortsbeiratsmitglied sehr am Herzen liegt. In diesem Jahr jedoch zwangen mich meine Abschlussprüfungen und eine unglückliche Erkrankung, die Rolle im Boot gegen die des Beobachters zu tauschen. Die Vorbereitungen, die ich sonst so intensiv miterlebt hatte, musste ich dieses Mal aus der Ferne verfolgen. Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen, am Samstag am Ufer dabei zu sein, um das Geschehen einzufangen, Fotos zu machen und den unvergleichlichen Geist dieser Veranstaltung einzuatmen.

Und was ich sah, war einfach großartig
Schon die Woche zuvor war geprägt von intensivem Training. Ab Montag, dem 31. August, trafen sich die Teams täglich ab 15:30 Uhr am Kanal, um sich auf den großen Tag vorzubereiten. Ein Blick auf den Trainingsplan verriet, dass die Abende gut gefüllt waren: Teams wie die „Ultimate Dragons“, die „Kings of Dragons“ und die „Schleusendrachen“ nutzten jede Minute, um ihre Technik zu verfeinern und den Takt des Trommlers zu verinnerlichen. Der Freitag, der letzte Trainingstag, war besonders gut besucht, wobei sogar noch die „Trödelstürmer“ und „Pippis Paddlerinas“ ihre Runden drehten.
Die Wetterbedingungen in der Trainingswoche waren, gelinde gesagt, wechselhaft. Während einige Tage gute Bedingungen boten, waren der Freitag und der Samstag selbst eine echte Herausforderung. Starke Sturmböen peitschten über das Wasser, und vereinzelte, heftige Regenschauer setzten den Teams und Zuschauern zu. Als ich die Vorbereitungen am Kanal beobachtete, beschlich mich ein mulmiges Gefühl. Die Situation am Langen Trödel, umgeben von alten Bäumen, ließ mich Schlimmes befürchten. Hoffentlich stürzt kein Baum um, dachte ich bei mir, wissend, wie unberechenbar das Wetter hier sein kann.
Doch zum Glück ging alles gut. Die Organisation war, wie nicht anders zu erwarten, hervorragend.
Ein riesiges Dankeschön gilt hierbei den ehrenamtlichen Helfern der SG Minerva und dem gesamten Organisationsteam. Was diese Frauen und Männer im Vorfeld und am Veranstaltungstag leisteten, um Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, ist unbezahlbar. Ohne ihr Engagement, ihre unzähligen Stunden Freizeit und ihre Leidenschaft für diesen Sport wäre ein solches Event schlichtweg nicht möglich. Sie trotzten dem Wind und dem Regen mit einem Lächeln und sorgten dafür, dass sich alle wohl und sicher fühlten.

Und der sportliche Teil?
Der war an Spannung kaum zu überbieten. Gestartet wurde in vier Kategorien: „Kids“ (bis 17 Jahre), „Women“, „Mixed“ und „Open“ (beliebige Zusammensetzung). Ein Blick auf die Starterlisten und die Ergebnisse des 1. und 2. Laufs zeigt, wie eng das Feld beieinander lag.
In der Kategorie „Mixed“ dominierten die Teams der Region. Der 1. Lauf sah die Mannschaft „H2O-Breaker“ in Rennen 2, während die „FFW Zerpenschleuse“ in Rennen 7 eine starke Zeit vorlegte. Im 2. Lauf, der die Startfolge für den 3. Lauf bestimmte, zeigten die „Drachentöter“ und die „Donauwellen“, dass sie noch Reserven hatten. Die „Trödelstürmer“ und die „FFW Zerpenschleuse“ lieferten sich in Rennen 7 ein packendes Duell.
Bei den „Women“ waren „Pippis Paddlerinas“ die unumstrittenen Favoritinnen und zeigten im 1. Lauf eine beeindruckende Leistung.
Die „Kids“ wurden von den „Ultimate Dragons“ und „Ultimate Dragons 2“ vertreten, die sich in Rennen 1 ein spannendes Rennen lieferten. Und in der Kategorie „Open“ waren Teams wie „der Wendler“, „Enno´s Holzköppe“, „Berolina Team“, „Ventilator Vikings“, „Jauchepumpen“, „Wasserverdrängungsexperten“ und die „Schleusendrachen“ am Start und kämpften um jede Sekunde.
26. Drachenbootrennen in Schlüse September 2026, © Oliver Borchert
26. Drachenbootrennen in Schlüse September 2026, © Oliver Borchert
26. Drachenbootrennen in Schlüse September 2026, © Oliver Borchert
26. Drachenbootrennen in Schlüse September 2026, © Oliver Borchert
26. Drachenbootrennen in Schlüse September 2026, © Oliver Borchert
26. Drachenbootrennen in Schlüse September 2026, © Oliver Borchert
Mehr als nur ein sportlicher Wettkampf, Dankeschön!
Ein besonderer Dank geht auch an die Freiwillige Feuerwehr Zerpenschleuse, die nicht nur mit einem eigenen Boot am Start war, sondern auch für die Sicherheit auf dem Wasser sorgte. Ihr Einsatz ist ein weiteres Beispiel für den starken Zusammenhalt in unserer Gemeinde.
Als ich am Ende des Tages, leicht durchnässt, aber mit einem warmen Gefühl im Herzen, den Heimweg antrat, war mir klar: Das Drachenbootrennen in Zerpenschleuse ist weit mehr als nur ein sportlicher Wettkampf.
Es ist ein Fest der Begegnung, ein Tag, an dem Jung und Alt zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern und sich gegenseitig zu unterstützen. Es ist ein Beweis dafür, was möglich ist, wenn eine Gemeinschaft zusammenhält und wenn Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren.
Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr, wenn ich hoffentlich wieder selbst im Boot sitze und für das Team Treibgut kraftvoll mit rudere.
Bis dahin bleibt mir nur zu sagen: Danke, Zerpenschleuse, für diesen unvergesslichen Tag!
Verfasser:in:
Marco Scafaro, Ortsbeiratsmitglied Zerpenschleuse, Heimat- und Kulturverein e. V.
