Die Innovationsprojekte für alternative Antriebe machen das Traditionsunternehmen NEB fit für die Zukunft.

Der parlamentarische Staatssekretär Christian Hirte überzeugt sich in Basdorf von der gelungenen Umsetzung der Bundesförderung

Präsentation der Innovationsprojekte auf dem Betriebsgelände der NEB in Basdorf, ©NEB

Vor zehn Jahren war für die meisten Menschen noch schwer vorstellbar, was heute ganz normal ist: Regionalzüge kommen auch auf kleineren Strecken ohne lokale CO2-Emissionen durch Diesel aus – sie fahren nur mit Strom aus Wasserstoff oder einer vorher unter Oberleitung geladenen Batterie.

 

Bei der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Betriebsjubiläum feiert, sind diese zukunftsorientierten Technologien mit den aktuell wichtigsten Projekten verbunden. Dass eine solche Pionier­arbeit überhaupt realisierbar war, liegt nicht zuletzt auch an der Förderung durch das Bundesministerium für Verkehr mit rund 31 Mio. Euro.

 

Bei der NEB umfasste die Förderung die Anschaffung der beiden Fahr­zeugflotten mit Wasserstoff- bzw. Batterie-Antrieb und die Errichtung von Ladestationen für die Betriebsvorbereitung der Batterie-Flotte. Weitere Fördermittel gingen an Partner im Forschungsprojekt „Wasserstoffschiene Heidekrautbahn“ für die Tankstelle (Kreiswerke Barnim 2,5 Mio. Euro) und das Werk zur Wasserstoffproduk­tion (Enertrag 13,4 Mio. Euro).

 

Die Projekte wurden durch das Nationale Innovationsprogramm Wasser­stoff- und Brennstoffzellentechnologie sowie die Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr unterstützt. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienz­plans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderricht­linien werden von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projekt­träger Jülich (PtJ) umgesetzt.

 

Während die Wasserstoffzüge pünktlich geliefert wurden, gab es bei der Lieferung der Batteriezüge leider Verzögerungen. Nach fast zwei Jahren laufen beide Teilflotten aus betrieblicher Sicht jedoch äußerst stabil und zuverlässig. Die aufgetretenen Kinderkrankheiten konnten inzwischen weitgehend behoben werden. Ebenso zeigt sich, dass der Wasserstoffver­brauch der Züge genauso wie der Energiebedarf der Akkuzüge geringer ist als gedacht. Zu weiteren zu lösenden Aufgaben ist die Niederbarnimer Eisenbahn mit Siemens Mobility und der Deutschen Bahn in intensiven Gesprächen bzw. kurz vor einer realisierbaren Lösung.

 

Auch die Ladestationen für die Batteriefahrzeuge sind pünktlich herge­stellt und geliefert worden. Die erste Station in Beeskow ist bereits in Betrieb genommen worden – bei den drei weiteren laufen derzeit die Planfeststellungsverfahren.

 

Einen besonderen Stellenwert nimmt das Forschungsprojekt zum Betrieb von Wasserstoffzügen im Regionalverkehr ein. Die Partner NEB, Kreiswerke Barnim und Enertrag setzen bei Produktion, Lieferung/Tanken und Ver­brauch im Zug komplett auf Regionalität. Damit konnte als erstes Projekt dieser Art erfolgreich gezeigt werden, dass der Einsatz von Wasserstoff im regionalen Schienennahverkehr funktionieren kann. Die begleitende Forschung des DLR und der BTU Cottbus-Senftenberg soll nun die Rahmenbedingungen weiter optimieren.

Die Projektpartner der verschiedenen Innovationsprojekte - v.l.n.r.: Frank Gillung (BTU Cottbus-Senftenberg), Sebastian Jäger (Stadtwerke Tübingen), Christian Mehnert (Kreiswerke Barnim), Christian Hirte (Bundesministerium für Verkehr), Sebastian Achtermann (Niederbarnimer Eisenbahn), David R. Schenker (Enertrag SE), Riccardo Parise (DLR), ©NEB

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministe­rium für Verkehr: „Mit der Umstellung auf Wasserstoff- und elektrische Antriebe zeigt die Niederbarnimer Eisenbahn, dass klimafreundlicher Schienenverkehr im Regelbetrieb funktioniert: Die Fahrzeuge sind im Einsatz, die nötige Lade- und Wasserstoffinfrastruktur steht. Allein die 31 Batteriezüge sparen jährlich rund 12.000 Tonnen CO₂ ein. Ich freue mich, dass wir diese Pionierarbeit mit knapp 34 Millionen Euro unterstützen. Sie bestätigt unseren technologieoffenen Ansatz für passgenaue Lösungen vor Ort.“

 

Auch der Vorstand der Niederbarnimer Eisenbahn, Sebastian Achtermann, sieht das ähnlich: „Wir sind froh und stolz, die Chance erhalten zu haben, bei der Etablierung neuer Technologien zur Dekarbonisierung eine aktive, gestaltende Rolle zu spielen. Als erstes Unternehmen im regelmäßigen Schienenpersonennahverkehr in Deutschland haben wir sowohl Wasserstoff als auch Batteriezüge auf die Schiene gebracht. An unsere 125-jährige Unternehmensgeschichte anknüpfend, beginnen wird damit das nächste Kapitel und machen uns fit für die Zukunft.“

Christian Hirte (rechts) richtet ein Grußwort an die Projektpartner und Gäste; links Sebastian Achtermann (Vorstand der Niederbarnimer Eisenbahn), ©NEB
Links der Wasserstoffzug Mireo Plus H - rechts der batterieelektrische Zug Mireo Plus B, ©NEB



Verfasser:in:
Holger Reimann, Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) Kommunikation & Service

Abonnieren Sie den

W.Punkt-Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben und direkt im eigenen Postfach.