Gemeinde Wandlitz erinnert in Klosterfelde an den 8. Mai
Gedenkveranstaltung und Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof
Mit einer Gedenkveranstaltung auf dem Ehrenfriedhof für die Gefallenen der Roten Armee in Klosterfelde hat die Gemeinde Wandlitz am Freitag, dem 8. Mai 2026, an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus erinnert. Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde sowie Schülerinnen und Schüler der Oberschule Klosterfelde kamen zusammen, um der Gefallenen sowie der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken.
Bürgermeister Oliver Borchert erinnerte in seiner Ansprache daran, dass vor 81 Jahren der von Deutschland begonnene Krieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation und dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland zu Ende ging. Weltweit habe der Zweite Weltkrieg nach Schätzungen zwischen 62 und 76 Millionen Menschenleben gefordert.
Eine Zahl, so Borchert, die in ihrer schieren Größe kaum begreifbar sei und doch das Ausmaß von Leid und Zerstörung sichtbar mache. Besonders gedachte die Gemeinde an diesem Ort der 320 gefallenen Rotarmisten, die in den letzten Wochen des Krieges bei Gefechten zwischen Klosterfelde und Zerpenschleuse ihr Leben verloren hatten und auf dem Ehrenfriedhof ihre letzte Ruhe fanden.
„Wir stehen hier, weil wir wissen, dass Gedenken auch immer Aufforderung ist, die richtigen Schlüsse aus den Geschehnissen der Geschichte zu ziehen“, sagte Bürgermeister Oliver Borchert. Der 8. Mai solle daran erinnern, „was Nationalismus, Rassismus und ein übersteigertes Menschenbild, das Menschen in würdiges und unwürdiges Leben teilt, auf der Welt anrichten kann“.
Gedenken bedeute deshalb auch, Verantwortung zu übernehmen, so Borchert weiter: „Verantwortung für unser eigenes Denken und Handeln, Verantwortung für die Menschen, die wir lieben, Verantwortung für die Bewahrung der Vielfalt der Gedanken, Menschen, Kulturen, Farben, Sprachen und Identitäten auf dieser Welt.“

Oberschulerinnen setzen mit Gedichten einen bewegenden Moment
Einen besonderen Akzent setzten die Schülerinnen und Schüler der Oberschule Klosterfelde, die die Gedenkveranstaltung mit eigenen Beiträgen mitgestalteten. Eine Schülerin hatte eigens für diesen Tag ein Gedicht verfasst und trug es während der Veranstaltung vor. Der Beitrag fand großen
Anklang und wurde von den Anwesenden mit viel Applaus gewürdigt.
Auch Birgit Großmann vom Ortsbeirat Klosterfelde zeigte sich erfreut über die Beteiligung der Jugendlichen. Gerade junge Menschen sollten sich mit Geschichte auseinandersetzen, betonte sie. Mit Blick auf das gemeinsame Erinnern sagte sie sinngemäß, man solle den Menschen schon im Leben mehr Blumen schenken — denn auf den Gräbern seien sie vergeben.

Tanja Trögel sprach für die VVN-BdA Uckermark-Barnim und stellte in ihrem Beitrag auch einen Bezug zu ihrer eigenen Familiengeschichte her. Ihre persönlichen Erfahrungen hätten sie darin bestärkt, dass Hass und Ausgrenzung niemals ein Weg sein könnten und dürften. Sie erinnerte zudem an die Worte der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer, die immer wieder die gemeinsame Menschlichkeit betont hatte: „Es gibt kein christliches Blut, kein jüdisches Blut, kein muslimisches Blut – es gibt nur menschliches Blut.“ Entscheidend sei, so Trögel, dass sich das Geschehene niemals wiederhole.
Im Anschluss an die Wortbeiträge fanden auf dem Ehrenfriedhof eine feierliche Kranzniederlegung sowie eine Schweigeminute statt. Anschließend wurde am Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege am Dorfanger ein weiterer Kranz niedergelegt. Auch dort hielten die Teilnehmenden einen Moment inne und gedachten der Gefallenen sowie der Opfer der Weltkriege.



Verfasser:in:
Linda Hild, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinde Wandlitz
