Gemeinde Wandlitz stellt klar: Keine Schließung der Kita „Pusteblume“ geplant

Offenes Gespräch mit Eltern und Mitarbeitenden bringt Klarheit über weiteres Vorgehen – Auswertung der Anmeldezahlen und mögliche Übergangslösungen werden geprüft

Die Diskussion um die Kita „Pusteblume“ im Ortsteil Wandlitz hat in den vergangenen Wochen viele Eltern, Mitarbeitende sowie Bürgerinnen und Bürger beschäftigt. In einem offenen Gespräch mit Eltern und Mitarbeitenden konnten nun wichtige Punkte erläutert und erste gemeinsame Schritte vereinbart werden.

Die Gemeinde hatte am 10. März hierzu die betroffenen Eltern und Kita-Mitarbeiterinnen der AWO in die Kulturbühne „Goldener Löwe“ eingeladen, um in den direkten Austausch zu gehen. Auch die beiden Amtsleiterinnen Daniela Meyer-Kuntzsch (Bildungsamt) und Christin Syperek (Hochbauamt) sowie der Wandlitzer Ortsvorsteher Jürgen Hintze und Frank Bergner, Vorsitzender des Bildungsausschusses, waren zum Termin gekommen, um offene Fragen zu klären.

Zunächst stellte die Gemeinde klar: Eine Schließung der Kita „Pusteblume“ ist nicht geplant. Ziel der Verwaltung ist es vielmehr, gemeinsam mit den freien Trägern Lösungen zu finden, wie die vorhandenen Betreuungskapazitäten verantwortungsvoll an die demografische Entwicklung angepasst werden können. Dazu hatte die Gemeinde das Gespräch mit sämtlichen Trägern gesucht, um eine gemeinsame Lösung zu entwickeln, bei der die notwendige Kapazitätsanpassung auf alle Einrichtungen verteilt wird, sodass keine Kita benachteiligt wird.

Hintergrund der dabei entstandenen Diskussion um die Kita „Pusteblume“ ist unter anderem der Zustand von Haus 1, dem ältesten Kita-Gebäude im gesamten Gemeindegebiet. Das Gebäude ist rund 60 Jahre alt, sanierungsbedürftig und entspricht nicht mehr den heutigen energetischen Anforderungen. Eine umfassende Modernisierung, beispielsweise im Hinblick auf Energieeffizienz und Barrierefreiheit, würde erhebliche Investitionen erfordern. Die Kosten einer solchen Sanierung würden nach ersten Berechnungen sogar die Aufwendungen eines Anbaus an Haus 2 übersteigen.

Gleichzeitig steht die Gemeinde – wie viele Kommunen – vor der Herausforderung sinkender Geburtenzahlen. Aufgabe der Verwaltung ist es, die vorhandenen Kita-Strukturen regelmäßig zu überprüfen und an die tatsächliche Nachfrage anzupassen. In einem ersten Schritt wird derzeit geprüft, ob die Kinder aus dem sanierungsbedürftigen Haus 1 in das benachbarte Haus 2 überführt werden können. Dabei ist vorgesehen, dass die Kinder weiterhin in ihren bestehenden Gruppen und mit ihren vertrauten Erzieherinnen und Erziehern betreut werden.

Sollten die Kapazitäten im Haus 2 hierfür nicht ausreichen, wird auch die Möglichkeit geprüft, Haus 1 zunächst mit reduzierter Belegung weiterzuführen, bis eine langfristige Lösung gefunden ist. Parallel dazu wird aktuell ausgewertet, wie hoch der tatsächliche Bedarf an Kitaplätzen ist. In den vergangenen Jahren haben viele Eltern ihre Kinder vorsorglich in mehreren Einrichtungen gleichzeitig angemeldet, da Kitaplätze knapp waren. Dadurch liegen derzeit noch keine belastbaren Zahlen über die tatsächliche Nachfrage vor. Mit einer klareren Datenlage rechnet die Gemeinde im Mai.

Darüber hinaus wird geprüft, ob im Falle einer später notwendigen Sanierung oder baulichen Veränderung eine Übergangslösung möglich ist. Dabei geht es ausdrücklich auch um die Frage, ob der Träger AWO gegebenenfalls vorübergehend Räumlichkeiten in der neuen Kita am Barnim-Panorama anmieten könnte, damit die Kinder weiterhin gemeinsam in ihren Gruppen und mit ihren vertrauten pädagogischen Fachkräften betreut werden könnten.

Ob und in welcher Form eine solche Lösung umgesetzt werden kann, muss noch gemeinsam mit den zuständigen Stellen geklärt werden. Hierzu wird die Gemeinde auch Gespräche mit dem Landkreis sowie dem zuständigen Ministerium führen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu prüfen.

Bürgermeister Oliver Borchert betont in diesem Zusammenhang auch die persönliche Bedeutung der Einrichtung: „Meine eigenen Kinder sind in der Kita ‚Pusteblume‘ betreut worden und ich weiß aus eigener Erfahrung, mit wie viel Herzblut die pädagogische Arbeit dort geleistet wird. Gerade deshalb ist es mir wichtig zu betonen: Es geht nicht um eine Schließung, sondern darum, gemeinsam verantwortungsvolle Lösungen für die Zukunft zu finden.“
Unabhängig davon gilt weiterhin: Eltern behalten selbstverständlich die freie Wahl des Kita-Trägers.

Die Gemeinde Wandlitz wird den Dialog mit Eltern, Mitarbeitenden und Trägern fortsetzen, um gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft der Kinderbetreuung im Ortsteil Wandlitz zu entwickeln.

Zum Abschluss des Gesprächsabends zog der Rathauschef ein positives Fazit: „Mir ist wichtig, dass wir bei solchen Themen miteinander sprechen und uns direkt austauschen. Wenn Fragen oder Sorgen entstehen, bitte ich Eltern und auch die Mitarbeitenden, sich jederzeit an die Verwaltung zu wenden, damit Missverständnisse gar nicht erst entstehen. Der Austausch war sehr offen und konstruktiv und ich habe den Eindruck, dass die so drängenden Fragen geklärt werden konnten. Dafür bin ich allen Beteiligten dankbar.“

Kita Pusteblume, Gmeinde Wandlitz



Verfasser:in:
Linda Hild, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinde Wandlitz

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