Geschichten aus dem Ort – Was uns verbindet
Stolzenhagen: wie Erinnerungen geteilt und Geschichte lebendig weitergegeben wird.
Im Sinne eines belebten Stolzenhagener Bürgerhauses wurde am 13.01.2026 um 18 Uhr ein neues Format mit dem Titel „Geschichten aus dem Ort“ aus der Taufe gehoben. Der Ortsvorsteher Andreas Kinski begrüßte 19 Gäste im Bürgerhaus.
An diesem ersten Abend führte Kurt Barańczyk durch die spannende Geschichte Stolzenhagens. Ausgangspunkt war ein chronologischer Zeitstrahl, der einen Überblick über die Entwicklung des Ortes von den frühen Anfängen bis in die Neuzeit bot. Stolzenhagen ist über die Jahre und Jahrzehnte gewachsen und hat sich stetig verändert.
Eine umfangreiche Fotoserie mit rund 90 historischen Aufnahmen machte die Geschichte des Dorfes lebendig. Gebäude, Orte, Situationen und vertraute Ansichten boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Erinnerungen und Fragen. Die Fotos sorgten für lebhafte Diskussionen, in denen sich das Publikum mit eigenen Ergänzungen und Erinnerungen einbrachte.
Stolzenhagen hatte früher alles, was die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner versorgte: zwei Fleischereien, mehrere Bäckereien, einen Lebensmittel-Laden und einen Friseur. Sogar ein spezielles Brot für Diabetiker wurde hier gebacken und vermarktet. Im Dorf gab es außerdem einen Schuster- und einen Töpfermeister, mehrere Gaststätten mit Tanzveranstaltungen sowie eine Schule. Auch eine sogenannte MTS (Maschinen- und Traktorenstation) war vorhanden. In den 1950er bis 1970er Jahren war eine große Fläche mit landwirtschaftlichen Geräten wie Traktoren, Eggen und Pflügen gesäumt.
Interessant war auch der Hinweis, dass die großen Bauernhäuser früher ihren Haupteingang über eine große Treppe direkt zum Gehweg hatten. Dieser Eingang wurde nur sonntags sowie an Feiertagen oder – als letzter Gang – im Sarg genutzt. Heute sind diese Eingänge zumeist verlegt worden.
Persönlicher Moment des Abends
Ein persönlicher Moment war die Erzählung über einen besonderen Ort von Kurt  Barańczyk, ein Ort mit markanten Feldeichen, die als die „Anita-Eichen“ bekannt sind.
Nicht alle Fragen ließen sich an diesem Abend abschließend klären – zum Beispiel, wie Stolzenhagen zu seinem Ortsnamen gekommen ist. Doch gerade darin lag der besondere Wert der Veranstaltung. Sie regte zum gemeinsamen Nachdenken, Erinnern und Weiterforschen an.
Die vielen Rückmeldungen im Anschluss zeigten deutlich, dass der Abend gern noch länger hätte dauern können. Dies wird als Ermutigung verstanden, das Format fortzusetzen.
Aus dem Publikum kam außerdem der Wunsch, mehr über das früher im Dorf gesprochene Plattdeutsch zu erfahren. Gibt es in der Gemeinde Wandlitz jemanden, der oder die darüber berichten oder dieses Plattdeutsch sogar noch sprechen kann?
Es war ein lebendiger und informativer Abend mit vielen anregenden Diskussionen und spannenden Geschichten. Vielen Dank an Kurt Barańczyk!
Wissen Sie eigentlich, dass es in Stolzenhagen ein Anästhesie-Museum gibt?
Nein? Dann merken Sie sich bitte den 10.03.2026, 18 Uhr vor.
An diesem Abend wird Herr  Dr. Volkmar Wünscher über die Geschichte der Anästhesie im Bürgerhaus Stolzenhagen berichten.
Wenn auch Sie als Stolzenhagenerin oder Stolzenhagener ein besonderes Hobby oder andere Aktivitäten und Erinnerungen haben, die Sie gern teilen möchten, melden Sie sich bitte beim Ortsvorsteher, Herrn Andreas Kinski (hallo@andreas-kinski.de).
„Stolzenhagen – echt schön hier!“

