Kreisverbandes der VVN/BdA-Uckermark/Barnim: offener Brief

Offener Brief an Herrn Bergner zu den Medienberichten über Andreas Fischer in „Barnim Aktuell“

Sehr geehrter Herr Bergner,

mit tiefem Entsetzen haben wir Mitglieder des Kreisverbandes der VVN/BdA-Uckermark/Barnim die ,,folgende Pressemitteilung zu den verschiedenen Medienberichten über Andreas (Heinzi) Fischer: Urgroßvater von den Nazis ermordet!“,  zur Kenntnis genommen, der von Ihnen in „Barnim Aktuell“ veröffentlicht wurde und bei unseren Mitgliedern und mir diverse Fragen aufwirft, welche wir in diesem offenen Brief an Sie stellen.

Sie schreiben über den betreffenden Herrn Fischer sehr polemisch, dass er „gegrillt“ wird und dass sich über ihn eine Hetzkampagne ergießt, weil er das von Ihnen beschriebene T-Shirt trug, auf dem Personen der Zivilgesellschaft mit dem Faschisten Göbbels gleichgesetzt werden. Sollte die von Ihnen vorgebrachte Argumentation, dass er diese ungeheuerliche Simplifizierung des NS-Regimes ja nur einen Tag trug, eine Entschuldigung darstellen? Seit den ,,Spaziergängen“ der Coronaleugnerszene, welche besonders von der AfD, der NPD, Die Basis und Kreisen der Verschwörungsmythologie genutzt wurden, um demokratiefeindliches Gedankengut zu popularisieren, sehen wir A. Fischer stets an der Seite der genannten Parteien aus dem rechten und antisemitischen Spektrum. Ich selber erlebte ihn mehrfach, wie er als Teil einer pöbelnden Menge den Sitzungsraum der GVV belagerte, mit polarisierenden Plakaten die Zugänge zustellte und mithalf, eine für die abgeordneten Volksvertreter bedrohliche Kulisse aufzubauen. Er beteiligt(e) sich weiterhin aktiv an den fremdenfeindlichen Aktionen zur Verhinderung eines Wohnheimes für geflüchtete Migranten in Klosterfelde. Mit großem Befremden sah ich ihn bei der vom RBB moderierten Veranstaltung zu dem Thema, als er sich zu dem Neonazi und Bundestagsabgeordneten der AfD H. Gnauck stellte und somit dessen Positionen demonstrativ und lautstark verteidigte. Selbst als vor dem Gebäude ,,Der III.Weg“ Hetzschriften mit protofaschistischem Inhalt verteilte, ,,klingelte“ es bei ihm in keiner Weise.

Nun tritt er wiederum  gemeinsam mit Maren Bergner zum  Start des Bürgerbegehrens bezüglich einer möglichen Abwahl des Wandlitzer Bürgermeisters Oliver Borchert auf. Nicht zu verstehen, weil grade Borchert sich für einen sachgemäßen und sich an der Stadt Wandlitz orientierenden Umgang mit Flüchtlingen einsetzt. Sie schreiben, dass A. Fischer in die rechte Ecke gestellt und mit braunem Dreck beworfen wird. Meine Frage: Macht der das nicht selber?

M.Otto, der sich des Vergleiches mit einem der schlimmsten Naziverbrecher durch einen satirischen Artikel erwehrt, diffamieren Sie als Sittenwächter und versuchen mit dem Vergleich zu K-E.v Schnitzler Beifall zu erheischen? Wie sollen wir, die auch zum großen Teil Nachfahren von Opfern des Faschismus sind, Ihren reißerischen Artikel bewerten, der als satirisches Sahnehäubchen auch noch ein Späßchen mit Stolpersteinen beinhaltet? Dem satirischen Satz des Herrn Otto: „Grüne in den Kornspeicher“, unterstellen Sie Ähnlichkeit zu „Juden in die Gaskammer“ ? Das erschließt sich in keiner Weise. Nur weil Sie das Wissen über den Mord an A. Fischers Urgroßvater haben, stellen Sie einen solchen Kontext her? Wo bitteschön  wurde Andreas Fischer vorgeworfen, „dass er einmal die Vergasung anderer Menschen fordern könnte“. (Ist denn die Forderung der Bürgerbewegung 1989: „Stasi in die Produktion“ auch in dem von Ihnen konstruierten Kontext zu verstehen?) Dass ein Urgroßvater von den Nazis ermordet wurde, ist Verpflichtung, sich für Verfolgte und Flüchtlinge und für Demokratie einzusetzen. Wie wir aber an A.Fischer sehen, der gemeinsam mit der AfD, III.Weg  usw. seine Richtung eingeschlagen hat, ist das dafür keine Garantie. Wird A. Fischer hier nur als Galionsfigur mißbraucht und vorgeschoben, um die bei der RBB-Sendung von R. Brauer vorgebrachte Drohung – sinngemäß: Wenn das Flüchtlingsheim errichtet wird, dann muss das „Volk“ das in die Hand nehmen – zu realisieren?
Was wollen Sie? Bürgermeister Borchert abwählen und eventuell den Weg freimachen für einen AfD-Bürgermeister??? Wie wir der Presse entnahmen, sind Sie Mitglied der Partei „Die Linke“. In diesem Kontext können Ihre Einlassungen von uns schon überhaupt nicht nachvollzogen werden.

Ist es nicht sinnvoller, zwingend notwendig und wahre linke Position, sich von Herrn Fischer zu distanzieren und GEGEN die ausländer-  und demokratiefeindlichen Trends aufzutreten, die von AfD und Co kultiviert werden, u.a. mit Hilfe eines Rico Brauer und Andreas Fischer besonders in der Gemeinde Wandlitz besorgniserregende Formen angenommen haben und schon in der ganzen Bundesrepublik bekannt geworden sind!




Verfasser:in:
Lothar Priewe für den Kreisverband der VVN/BdA-Uckermark/Barnim

Abonnieren Sie den

W.Punkt-Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben und direkt im eigenen Postfach.