Wandlitzer See: ein Funke springt über!
Die Informationsveranstaltungen zum Ankauf des Wandlitzer Sees sind einen Besuch wert. Sachlich, informativ und ehrlich stellt Bürgermeister Oliver Borchert den Stand zum Ankauf der verbliebenen Seegrundstücke und des Sees vor. Der imaginäre Seegrundbesitz für Wandlitzer Bürgerinnen und Bürger findet großen Anklang und man hört „unser See“ von verschiedenen Seiten.
Drei Informationsveranstaltungen hat der Bürgermeister angesetzt, um über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zu informieren, die zum Ankauf des Wandlitzer Sees bei den Verhandlungen mit dem Besitzer erzielt wurden. Die erste fand im Wandlitzer „Goldenen Löwen“ statt, auf der gestrigen Infoveranstaltung in Schönwalde waren zwar noch einige Sitze frei, aber das Publikum war interessiert. „Eine neuerliche Kreditaufnahme ist unumgänglich und die Zeit ist denkbar ungünstig, aber die Chance für den Erwerb besteht nun mal nur jetzt“ erklärt Oliver Borchert und führt neben dem geschichtlichen Hintergrund zum See auch mögliche zukünftige Entwicklungen auf, die die Gemeinde als Besitzerin des Sees initiieren könnte – bei allen angedachten Projekten ist aber eine stille, naturnahe Nutzung Bedingung.
Auf der Informationsveranstaltung in Schönwalde gab es natürlich Bedenken. Beispiele sind Themen wie:
- „Kostenbelastung der Gemeinde bei sinkenden Einnahmen“,
- „was könnte denn schon passieren, wenn ein neuer Besitzer den See und die Grundstücke kauft?“,
- „kann der See ein Gemeinschaft stiftender Faktor werden?“,
- „wie können Einnahmen der Gemeinde erhöht werden?“
.
Alle Fragen wurden ausgiebig diskutiert, klargestellt oder erläutert. Die Idee, „imaginäre:r Seegrundbesitzer:in“ zu werden, indem man für € 100.- einen von 25.000 Seegrundquadratmetern symbolisch erwirbt, fand sehr großen Anklang. Einige besitzen schon ein Kirchenfenster oder ein Stück Regenwald, warum nicht auch ein Stückchen Wandlitzer See mit einer Urkunde für die Wohnzimmerwand!
Der Bürgermeister weist darauf hin: „Sehen wir unseren See als Sportstätte für Angler- und Badeverein (Anm. der Redaktion: auch für den Segelclub), für Surfer und den Badespaß für Jugendherbergsbesucher:innen und Einheimische wie auch Gäste, können wir die Investitionen für Fußballvereine oder für den „Langen Trödel“ einmal als Vergleich heranziehen, die zwischen rund 2 und sogar 17 Mio Euro für den „Langen Trödel“ liegen.
Es ist dem Bürgermeister gelungen, einen Funken von Gemeinschaft, von Wertschätzung, von Wir-Gefühl zu erzeugen. Danke dafür!
Ich hoffe der Funke erreicht auch die Mitglieder der Gemeindevertretung, die die Entscheidung zum Ankauf noch in diesem Jahr zu treffen hat.
Die vollständige Präsentation ist online, der nächste Termin für die Informationsveranstaltung ist am Montag, 28. 9. 2026 um 19 Uhr in der Klosterfelder Mensa. Zur Geschichte des See berichtete Wpunkt bereits unter „Wem gehört(e) der Wandlitzer See…“.
Um welche Flächen geht es genau
Bei den noch im Besitz des Seeeigentümers befindlichen Grundstücken am See handelt es sich um freie Badestellen entlang der Uferpromenade, zwei davon unterhalb der Kitas, weiterhin die Grundstücke vor Surf-Shop und Altenheim sowie vor den Vereinsgeländen vom Anglerverein und dem Badeverein „Neptun“ und um mehrere Naturschutzbereiche, siehe Bild. Dazu kommt die „Seemitte.
Insgesamt sind es 9,5 Hektar Ufergrundstücke und die 200 Hektar große Seemitte.
Alle anderen Seegrundstücke befinden sich bereits in Privatbesitz der Anlieger, einige wenige Grundstücke besitzen andere Privatpersonen als die Anlieger.

Was kostet es
Durch die Verhandlungen der Arbeitsgruppe, zu der alle Fraktionen, die Ortsvorsteher von Wandlitz und Stolzenhagen und der Bürgermeister gehören, konnten die Seegrundstücke in das Kaufangebot aufgenommen werden und der ursprüngliche Angebotspreis halbiert werden. Es verbleiben trotzdem Kosten, für die eine Kreditaufnahme erforderlich ist.
Wie geht es weiter?
Die nächste (und letzte) Informationsveranstaltung ist am Montag, 28.9. 2026 um 19 Uhr in Klosterfelde in der Mensa. Der Besuch lohnt sich!
In der Gemeindevertretung am 8.10. 2026 wird entschieden, ob es zum Seeankauf eine Bürgerbefragung geben soll. Diese kann ein Stimmungsbild liefern, rechtlich bindend ist sie für die Gemeinderatsmitglieder nicht.
Noch im Dezember muss auf der letzten Sitzung der Gemeindevertretung die Entscheidung zum Ankauf fallen, dafür gibt es ein nicht nachverhandelbares, befristetes, zweiteiliges Angebot:
- Ankauf der verbliebenen Seegrundstücke, incl. Nebenkosten für Erwerb für 702.000€
- Ankauf der Seemitte und verbliebene Seegrundstücke incl. Nebenkosten für 1.890.0000€
Ein mögliches Finanzierungskonzept sieht eine Einmalzahlung von 400.000 € vor und erfordert dann eine Kreditaufnahme von 1.440.000€. Bei dem Kauf beider Teile würde – auf 20 Jahre gerechnet – eine jährliche Belastung des Haushalts mit 97.920€ resultieren.
Werden nur die Ufergrundstücke (ohne Einmalzahlung) gekauft, resultiert bei gleichem Konzept eine jährliche Belastung von 47.736€.
Die aktuelle Kreditlast der Gemeinde durch Wohnungsbau, Kita- und Schulneubauten beträgt aktuell rund 35 Mio. €.

