Das Jugendparlament lädt ein
So ganz genau wissen es selbst die Gründer: innen nicht mehr, aber es muss so 2019 gewesen sein als um die erste, längst abgerissene, Generation der Pavillions am Wandlitzsee gestritten wurde.
Warum nicht ein Jugendparlament gründen, gibt’s doch woanders auch.
Mit Amtshilfe, Unsicherheit und viel Enthusiasmus begann etwas, dass sich heute sehr sehen lassen kann und wahr- und ernst genommen wird. Sogar einen Sitz im A3 (Ausschuss für Bildung, Jugend, Kitas und Sport), leider ohne Stimmrecht, haben sie sich erstritten.
Die ersten Mitbegründerinnen des JuPa‘s sind mittlerweile herausgewachsen und weggezogen. An jungen, engagierten Kids besteht aber offensichtlich kein Mangel.
Wo manch andere jungen Menschen versuchen, unpolitisch zu sein, sich in Hoffnungslosigkeit verkriechen oder längst im blauen Netz der AfD zappeln, wächst hier eine selbstbewusste, kritische Generation heran, die ihre Rechte einfordert und sich auch von gemeindlichen Autoritäten nicht beeindrucken lässt, doch der Reihe nach.
Am 27. August lud das Jugendparlament zu einem Vernetzungstreffen mit der Politik in den goldenen Löwen. Ziel der Veranstaltung war es, junge Menschen und kommunalpolitisch Engagierte zusammenzubringen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über aktuelle Themen, Erfahrungen und Ideen für unsere Gemeinde auszutauschen. Die AfD war davon allerdings ausgeschlossen, weil das JuPa laut Satzung nicht mit extremistischen Personen, Vereinen oder Parteien zusammenarbeitet.
„Wandlitz zeigt Haltung“ übernahm organisatorische Aufgaben, damit sich die Jugend ganz ihren Inhalten widmen konnten.
Die quantitative Beteiligung der Gemeindepolitiker: innen war leider ausgesprochen dünn, was vermutlich daran lag, dass die Einladung sie sehr kurzfristig erreichte, rechte Gruppierungen nicht erwünscht waren und der Veranstaltungsraum lange nicht klar war.
Was war geschehen?
Als die Idee eines Vernetzungstreffens Gestalt annahm und die Vertreter: innen des Jugendparlamentes das Bildungsamt um einen Raum, am besten den Goldenen Löwen, baten, erfuhren sie, dass das nur ginge, wenn sie auch die AfD einladen, so wegen des Gleichheitsgrundsatzes und Neutralitätsgebot, in denen die Gemeinde gehalten ist, eben alle Parteien, Wählergemeinschaften und Bündnisse gleich zu behandeln.
Wahrscheinlich ist dies rechtlich so und dass die Gemeinde nicht schon wieder verklagt werden möchte, nachvollziehbar.
Aber natürlich gibt es meist einen Weg.  so könnte ein anderer Verein den Goldenen Löwen anmieten und damit Veranstalter sein. Auf eine solche Möglichkeit kommt unser Bildungsamt leider nicht. Das müssen engagierte Gemeindevertreter: innen mit demokratiefördernden Vereinen organisieren und es wirft wieder einmal kein gutes Licht auf die Verwaltung. Wer etwas will, findet Möglichkeiten, wer etwas nicht will, findet Gründe.
Gut, dass es findige Bürger: innen, das Kompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg (KiJuBB) und die Landeskinder- und Jugendbeauftragte Katrin Krumrey gibt. Das KiJuBB fungierte als Veranstalter und trug auch alle Kosten.
Das dann Vertreter: innen der Gemeinde und des IB (Internationaler Bund), die eben nicht eingeladen waren, in die Veranstaltung drängten, hat wohl auch ein gewisses Geschmäckle.
Für ein Jugendparlament gilt übrigens kein Neutralitätsgebot oder Gleichheitsgrundsatz. Die können einladen, wen sie wollen.
Weitere Infos zur Sachlage sind unter:Â https://kijupa.adb.de/materialien/kein-neutralitaetsgebot/ nachzulesen.
Inhaltlich gab es dann im Wesentlichen 5 Themen, die nach den entsprechenden Impulsvorträgen an im Saal verteilten Tischen mit Interessierten strukturiert besprochen wurden. Im anschließenden Plenum wurden die Ergebnisse aus den einzelnen Arbeitsgruppen mit teilweise schon recht konkreten Zielansätzen vorgestellt.
Als da wären:
1) ÖPNV/Mobilität/Nachhaltigkeit
2) Legale Grafitti-Wände
3) überdachte Aufentshaltsorte im öffentlichen Raum in allen Ortsteilen, inkl. Mülleimer für leere Flaschen und Dosen
4) jugendgerechte Kultur- und Freizeitangebote
5) Taschengeldbörse
Wir werden in weiteren Berichten sicher noch auf Details der einzelnen Punkte eingehen.
Spontan wurde allerdings noch ein weiterer Tisch eingerichtet.
Nachdem die Vertreter: innen der Gemeinde und IB vom JuPa gebeten wurden, sich nicht an den Tischgesprächen zu beteiligen, nahm sich Frau Krumrey, unterstützt durch Dominik Ringler, Geschäftsführer vom KiJuBB, den partiell Ausgeladenen draußen im Foyer an. Inhalte wurden nicht bekannt. Es soll teilweise hektisch gewesen sein.
Trotz der geringen Beteiligung war es ein spannender Abend mit Zukunftspotential.
Felix Kempfer vom JuPa kündigte zum Schluss auch genau das an: Ein weiteres Treffen, explizit in der Zusammenarbeit mit dem KiJuBB und den Landeskinder- und Jugendbeauftragten.
Die Redaktion ist gespannt, wie es weiter geht und wird berichten.
Verfasser:in:
otto






