Vom Strandfunksprecher in Kühlungsborn zum eigenen Sendeplatz

Vor vielen, vielen Jahren hat Detlef Groth mit dem Strandfunkradio aus einem Studio im Rathaus Kühlungsborn Urlauber:innen unterhalten, natürlich mit viel Musik und Infos über Baderegeln bis Ausgehtipps am Abend. Als Moderator, Alleinunterhalter und DJ hat er Erfahrungen gesammelt und aktiv mit viel Freude aufgelegt. Er wohnt in Schönwalde, hat sich als Rentner seinem Hobby wieder intensiv gewidmet und hat nun einen eigenen Sendeplatz bei Radio Ginseng.

Herr Groth, wie macht man eigentlich so eine Radiosendung?

Ich suche mir Themen, vornehmlich aus dem nördlichen Berliner Raum, die interessant sein könnten. Zum Beispiel habe ich einen halbstündigen Beitrag über die Tanzschule Kersten hier in Schönwalde und den Kunstmarkt im „Golden Löwen” gemacht. Dazu mache ich dann Recherchen, führe Interviews oder Gespräche. Dann schneide ich am Rechner mit den entsprechenden Softwaretools den Beitrag und unterlege ihn mit Musik. So ein Beitrag muss ja die zeitliche Sendeplatzvorgabe sekundengenau einhalten. Im Studio in Grünheide sitzt heute nämlich nicht immer ein Moderator, der die Sendung produziert, sondern ein Computer, der punktgenau das Programm abspielt. Meinen Beitrag schicke ich dann als Datei ins Studio.

 

Mein Kontakt damals zum Radio entstand während der Ostseewoche in Kühlungsborn. Das „Radio Berlin international “ (ein DDR- Sender) war vor Ort und stellte den Kontakt zum Sender nach Berlin her. Als Radiosprecher hat es dann leider nicht geklappt. Ich habe mich umorientiert und unter anderem 30 Jahre lang einen Baumarkt betrieben. Seit 2017 bin ich aber im „Unruhestand” und im September 2022 waren in der Fernseh-Talkshow „Riverboat” zwei Macher von Radio Ginseng. Sie suchten Mitstreiter.  Ich habe Kontakt aufgenommen und bin seit Oktober im Moderatorenteam.

Bildnachweis: radio ginseng

Sie produzieren auch Live-Beiträge, wie muss ich mir das vorstellen?

Ja, ich fahre jeden Montag ins Studio. Das ist schon etwas Besonderes, in einem professionell ausgestatteten Rundfunkstudio, vor zwei Bildschirmen und den vielen Schiebereglern im schallisolierten Raum zu sitzen. Ich bereite die Technik vor, setze mich vor das Mikro und mein Beitrag wird dann live gesendet. Dann gibt es keine Korrekturmöglichkeit, jeder Versprecher wird gesendet. Der Beitrag wird gleichzeitig aufgezeichnet und auf dem Sendeplatz bis Sonnabend wiederholt. Wir spielen zwischen den Berichten viel Musik, da können sich die Redakteure mit ihrem Musikgeschmack verwirklichen und es ergibt sich ein breites Spektrum. Wir sprechen zwar hauptsächlich die ältere Generation an, hoffen aber, dass auch junge Menschen sich unsere Sendungen einmal anhören.

Für Musikeinspielungen will ja die GEMA viel Geld haben, wie finanziert sich Radio Ginseng?

Wir sind ein gemeinnütziger Verein, arbeiten ehrenamtlich und haben uns dem Bund freier Radios angeschlossen, daher sind wir freigestellt von GEMA-Gebühren. Wir dürfen aber andererseits keine Werbung machen. Unser Programm wird von vielen Redakteuren gestaltet. Ausflugstipps, Kochrezepte, Filmempfehlungen, Buchbeiträge, spezielle Musikrichtungen bis zu aktuellen Beiträgen aus Deutschland und aller Welt werden rund um die Uhr gesendet.   Wir finanzieren uns über Mitgliedsbeiträge, aber auch über eingeworbene Fördermittel sowie, wenn es klappt – Preise, z. B. für das Projekt „WOST“ – Lebensgeschichten aus West und Ost. Ein professionelles Aufnahmegerät, Studiomikro und die Schneide-Software habe ich privat angeschafft. Mein Sendeplatz ist von 8.30-9.30, ein lockeres Morgenmagazin mit viel Musik und Kurzbeiträgen. Ich gehe mit offenen Augen und Ohren nicht nur durch unsere Gemeinde, um Themen zu finden. Radio Ginseng kann über das Internet www.radioginseng.de  oder über die gleichnamige App empfangen werden. Hören Sie mal rein!

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