Warum sollte uns die Landratswahl interessieren?

Der Landrat ist der höchste kommunale Wahlbeamte des Landkreises. Die aktuelle Amtsperiode des Amtsinhabers Daniel Kurth endet nach 8 Jahren am 31. Juli 2026. Die Hauptwahl findet am Sonntag, den 19. April 2026, statt.

Die Wandlitzer Bürgerzeitung „Wandlitz auf den Punkt gebracht“ veranstaltet am 23.3.2026 um 18:00 Uhr (Einlass ab 17:30) eine Podiumsdiskussion mit den vier Kandidaten in der Kulturbühne Goldener Löwe in Wandlitz.

Die vier Kandidaten sind:

  • Daniel Kurth, amtierender Landrat, SPD. Seine Kandidatur wird außerdem von den Bündnis90/Die Grünen und DIE LINKE unterstützt.
  • Daniel Sauer, Kreistagsmitglied, CDU. Seine Kandidatur wird außerdem von den BVB/Freie Wählern und der FDP unterstützt.
  • Matthäus Mikolaszek , AFD.
  • Andreas Bergener, Einzelbewerber
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Ist der Landrat Chef des Bürgermeisters?

Nein, eine Gemeinde hat laut Grundgesetz das Recht auf Selbstverwaltung. Aber Einfluss kann der Landrat dennoch nehmen, z.B. auf durch die Finanzen wie die Kreisumlage, als Aufsichtsbehörde und auf die Gemeindeentwicklung unter anderem als Schulträger:

Finanzen

Die Kreisumlage (im Barnim aktuell 42%) ist der Prozentsatz, den die kreisangehörigen Gemeinden von ihrer eigenen Steuereinnahmen an den Landkreis abführen müssen. Mit der Kreisumlage werden Kreisaufgaben wie weiterführende Schulen, Krankenhäuser, Abfallwirtschaft, ÖPNV, Kreisstraßen und Katastrophenschutz finanziert.

 

  • Der Landrat bereitet den Kreishaushalt vor und schlägt die Höhe dieses Prozentsatzes vor, der Kreistag entscheidet.
  • Eine hohe Umlage schränkt den finanziellen Spielraum einer Gemeinde für eigene Projekte drastisch ein.

 

Aufsichtsbehörde

 

Das Landratsamt ist die Aufsichtsbehörde der Gemeinden und stellt sicher, dass kommunale und fachliche Entscheidungen rechtmäßig sind.

 

  • Der Landrat genehmigt den Haushalt der Gemeinde, was ihm eine indirekte Kontrolle über deren Investitionen gibt.
  • Er kann rechtswidrige Beschlüsse der Gemeindevertretung beanstanden oder deren Vollzug stoppen.

 

Gemeindeentwicklung

 

Die Gemeindeentwicklung kann durch die Behörden der Kreisverwaltung, deren Chef der Landrat ist, entscheidend beeinflusst werden:

 

  • Die untere Bauaufsichtsbehörde entscheidet über Bauprojekte in der Gemeinde und kann das gemeindliche Einvernehmen ersetzen.
  • Auch der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) und der Bau von Kreisstraßen sind wichtig für die Attraktivität der Gemeinde.
  • Der Landrat sitzt zudem oft in Aufsichtsräten regionaler Energieversorger, Sparkassen oder Krankenhäuser und kann so die Wirtschaftspolitik mitlenken.

 

Der Landrat kann einer Gemeinde zwar nichts befehlen, aber er kontrolliert ihr Geld, ihre rechtliche Handlungsfähigkeit und die übergeordnete Infrastruktur. Er ist aber an Weisungen der Landesbehörden und an Mehrheitsentscheidungen des Kreistages gebunden.

 

Beispiele für politische Entscheidungen im Landkreis

Der Landrat hat sich für eine weitergehende Schule in der Gemeinde Wandlitz eingesetzt, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Bürgermeister Oliver Borchert wurde die Oberschule Klosterfelde durch den Kreis übernommen und erweitert. In kurzer Zeit wurden bauliche Verbesserungen am Standort durchgeführt  und ein Vertrag zum Bau einer neuen, weitergehenden Schule am Basdorfer Weg geschlossen.

 

Ebenso übernahm der Landrat kürzlich die Schulträgerschaft für die Gesamtschule in Panketal als wichtigen Bestandteil der Bildungslandschaft im Landkreis Barnim.

 

Der Landrat ist außerdem ein konstruktiver, verlässlicher Partner der Gemeinden im gesamten Landkreis wenn es um Zivil- und Katastrophenschutz geht.

Die Landkreis-verbindende Buslinie „Plusbus“, der zwischen Bernau – Wandlitz – Oranienburg pendelt, wurde in Zusammenarbeit mit den Städten Bernau und Oranienburg und der Gemeinde Wandlitz eingerichtet.

 

 

Wann und wie wird gewählt?

Die Hauptwahl findet am Sonntag, den 19. April 2026, statt. Sofern hierbei kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erreicht, wird am Sonntag, den 10. Mai 2026, die Stichwahl durchgeführt.

 

Damit ein Kandidat bereits in der Hauptwahl gewählt ist, muss die gewählte Person mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten haben und mindestens 15% der Stimmen der Wahlberechtigten (das sogenannte Quorum) des Landkreises auf sich vereinen. Wird dieses Ziel nicht erreicht, kommt es zur Stichwahl. Wenn auch hier das Quorum nicht erreicht wird, wählt der Kreistag den Landrat.

 

Bei der Landratswahl 2018 wurde Daniel Kurth (SPD) zum Landrat gewählt. Nach zwei Direktwahlgängen im April und Mai 2018, die jeweils das Quorum verfehlten, erfolgte die endgültige Wahl durch den Kreistag im Juli 2018.

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